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Wasser Marsch

Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob Ihr Pferd genügend trinkt? Da Pferde in unseren Breiten in der Regel ständig Wasser zur Verfügung haben, ist das gar nicht so leicht zu überprüfen. An den Selbsttränken selbst kann man nicht erkennen, ob und wieviel das Pferd im Laufe des Tages getrunken hat. Und es ist nicht automatisch so, dass ein Pferd genug Wasser zu sich nimmt. Manchmal liegt es am geringen Durchfluss in der Tränke, die das Pferd ungeduldig macht. Manchmal mangelt es dem Pferd schlicht am Durst.

Gerade jetzt, wo die Tage kühler werden und die Pferde nicht so stark schwitzen, kann es sein, dass Ihr Pferd weniger trinkt als sonst. Für einen ausgewogenen Flüssigkeitshaushalt ist eine ausreichende Menge an Wasser allerdings extrem wichtig. 30 bis 50 Liter sollte Ihr Pferd täglich zu sich nehmen, damit es fit und gesund bleibt.

© Dalal Nizam / unsplash

Feststellen lässt sich eine drohende Dehydrierung durch die Überprüfung der Hautelastizität. Das geht ganz einfach: Nehmen Sie eine Hautfalte und ziehen Sie kurz an. Beim Loslassen soll die Falte umgehend verschwinden und das fell sich glätten. Durst kann man auch erkennen, wenn die Flanken besonders eingefallen sind oder die Augen tief in den Höhlen liegen

Überprüfen Sie darum täglich die Tränke auf Sauberkeit und guten Durchfluss! Manche Pferde spielen damit, andere verstopfen sie mit Heu, pritscheln herum ohne zu saufen oder machen hinein. Bei eisigen Wintertemperaturen besteht die Gefahr, dass Tränken oder Leitungen einfrieren. Eine gute Entscheidung ist es immer wieder mal Wasser im Kübel anzubieten. Viele Pferde lieben es, ihr Maul in eine Wanne mit Wasser zu tauchen und in großen Schlucken zu trinken.

Als Trick für trinkfaule oder heikle Pferde bietet sich auch Apfelsaft an, mit dem man das Wasser anreichert. Das kann übrigens helfen, wenn Pferde stressbedingt, etwa am Turnier nicht trinken wollen. Oder wenn bei einem Ortswechsel das Wasser anders schmeckt. Davon betroffen sind besonders Show- und Turnierpferde, die in andere Länder reisen. Unterschiedliche Leitungen oder Chlorgeschmack können dem Pferd durchaus die Lust am Trinken nehmen.

Besonders sensibel ist die Bereitstellung von frischem Wasser auf Weiden, ganz besonders wenn die Pferde mehrere Stunden draußen sind. Tränken oder Wannen müssen auch für rangniedrige Tiere zugänglich sein. Wannen sollen regelmäßig befüllt und gesäubert werden. Wasserstellen auf Weiden sind auch bei Wildtieren und Vögeln sehr beliebt. So lassen sich Krähen gut dabei beobachten, wie sie ihr Futter in den Selbsttränken der Paddocks aufweichen oder waschen. Manchmal fliegen sie weg und lassen Futterreste in der Tränke zurück. Pferde sind extrem heikel! Liegen solche Speisereste in der Tränke, vergeht dem Pferd schnell die Lust aufs Trinken.

Wasser ist für das Wohlbefinden und die Gesundheit des Pferdes besonders wichtig, darum sollten wir die tägliche Überprüfung der Tränke zu einem fixen Pflegeritual machen.

 

Titelfoto: © Ken Lawson / unsplash

Schlagworte: Trinken / Winter

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